Eintönen, Retuschieren, Anpassen

Bei einem Großteil der Baining-Masken sind die aufgetragenen farbigen Muster und Ornamente verblichen. Eine Nachkolorierung der Farben stellt aus restauratorischer Sicht allerdings einen zu starken Eingriff in den Zustand der Masken dar, weshalb verblasste Farben belassen werden. Der an einigen Masken hinzugefügte helle Rindenbaststoff wurde jedoch farbig bearbeitet und soweit dem originalen Tapafarbton angeglichen, dass nur bei nahem Hinsehen die Ergänzungen sichtbar sind: Zunächst wurde das zu ergänzende Material mit Aquarellfarben eingefärbt und nach dem Einsetzen mit dem Pinsel in feinen Linien und Schraffuren ihrer originalen Umgebung angepasst.

Vorzustand mit fehlenden Augenringen
Vorzustand mit fehlenden Augenringen
Zustand mit ergänzten Augenringen
Zustand mit ergänzten Augenringen

Ein weiteres Beispiel für das Retuschieren lässt sich bei den ergänzten „Augenringen“ aus gebogenem Rattan bei einer der Tanzmasken zeigen. Zum einen wird durch die Ergänzung der ursprünglichen Ringe die wellige Tapa geglättet und stabilisiert. Zum anderen wird auf diese Weise die Ausdruckskraft der Augen und ihre nahezu hypnotische Wirkung noch einmal betont. Die ergänzten Rattanstreifen wurden durch Befeuchten zunächst in die erforderliche Form gebracht, anschließend farbig eingetönt und mit feinen Rattanstreifen an den originalen Befestigungspunkten vernäht. Die Ergänzungen können jederzeit wieder entfernt werden.

© Kaspar und Lauterwald, GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig