Saugen, Tupfen, Pinseln – Die Reinigung der Baining-Masken

Als die Restauratorinnen die Baining-Masken aus dem Depot in die Restaurierungswerkstatt bringen, sehen sie sogleich die Spuren jahrelanger Lagerung: Alle sechs Tanzmasken sind so sehr verschmutzt, dass sie die weiteren Restaurierungsmaßnahmen ohne vorherige Reinigung nicht durchführen können. Eine dicke Staubschicht auf der gesamten Oberfläche der Masken führt zur Zersetzung der originalen pflanzlichen Bestandteile und muss entfernt werden. Der helle Rindenbaststoff mit seiner roten und schwarzen Bemalung hat seine Leuchtkraft eingebüßt.

Reinigung der Baining-Masken
Reinigung der Baining-Masken

Erste Untersuchungen an den Masken zeigen, dass bei einer Anwendung von Feuchtigkeit die Fasern aufquellen und Schmutzränder entstehen könnten. Die Restauratorinnen entscheiden sich daher für eine aufwendige Trockenreinigung der Masken. Zunächst müssen die groben Verunreinigungen mit einem Staubsauger entfernt werden. Wesentlich anspruchsvoller ist es, tiefer liegende Schmutzschichten, etwa zwischen den Tapa-Streifen, abzutragen. Dafür nehmen sich die Restauratorinnen feinste Pinsel zu Hilfe und entfernen damit behutsam den Staub von allen zugänglichen Seiten. Ist diese Arbeit vollbracht, reinigen sie schließlich mit kleinen Latexschwämmen die behandelten Stellen noch einmal nach. Am Ende sieht auch ein Nicht-Fachmann den Unterschied zwischen dem Vorher- und Nachher-Zustand der Baining-Masken.

Zwischenzustand während der Reinigung
Zwischenzustand während der Reinigung

© Kaspar und Lauterwald, GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig