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Die Sammlungen - Südasien

Ganesha - Gott des Anfangs und des Gelingens gefasstes Holz Südindien, 19. Jahrhundert Foto: Ingrid Hänse
Ganesha - Gott des Anfangs und des Gelingens gefasstes Holz Südindien, 19. Jahrhundert Foto: Ingrid Hänse
Kopfschmuck der Bison Horn Mária Zentralindien, Chchattisgarh Provinz Bastar 20. Jh. Sammlung Eickstedt Foto: Ingrid Hänse
Kopfschmuck der Bison Horn Mária Zentralindien, Chchattisgarh Provinz Bastar 20. Jh. Sammlung Eickstedt Foto: Ingrid Hänse
Göttin Kali Terrakotta, gefasst Bengalen, Indien, 1927 SAs 14980 Sammlung Konietzko Foto: Ingrid Hänse
Göttin Kali Terrakotta, gefasst Bengalen, Indien, 1927 SAs 14980 Sammlung Konietzko Foto: Ingrid Hänse
Devol Deviyo (Gott Devol) Sri Lanka, Ceylon SAs 5210 Foto: Karin Wieckhorst
Devol Deviyo (Gott Devol) Sri Lanka, Ceylon SAs 5210 Foto: Karin Wieckhorst

Der Sammlungsbereich Südasien am Museum für Völkerkunde zu Leipzig umfasst etwa 7.000 Objekte. Geographische Schwerpunkte bilden dabei Sammlungen aus Südindien und Sri Lanka.

Den Grundstock der Südasiensammlung bildet eine heute etwa 100 Objekte umfassende Sammlung, die noch auf Gustav Klemm zurückgeht und Schmuck, Textilien, Palmblattmanuskripte sowie Bronzeplastiken enthält.

Die Südindiensammlung beinhaltet Hausrat, landwirtschaftliche Geräte, kunsthandwerkliche Erzeugnisse der Töpfer, Schmiede, Schnitzer, Schmuck und Musikinstrumente sowie rituelle Plastiken und Figuren verschiedener in Kasten organisierter Bevölkerungsgruppen im malayali- und tamilsprachigen Raum des heutigen Kerala und Tamil Nadu (Sammlung E. Schmidt 1890, Sammlung L. Reichhardt 1914). Der kleinere Teil der Sammlung aus der nördlichen Hälfte Indiens beinhaltet Haushalt- und Kultgegenstände sowie Musikinstrumente und Textilien vom heutigen Rajasthan im Westen bis hin zum bengalisprachichen Raum im Osten sowie aus dem nördlichen Kaschmir und dem zum westtibetischen Kulturram gehörenden Ladakh (Sammlung Schubert 1958, Sammlung Ribbach/Glamann, Sammlung Franke). Im Jahre 1999 wurde die Südasiensammlung durch eine Schenkung der Indischen Botschaft erweitert, die vor allem das gegenwärtige kunsthandwerkliche Schaffen in allen Landesteilen Indiens umfassend dokumentiert.

Schwerpunkt der Sri Lanka-Sammlung ist eine mehr als 100 Stücke umfassende Maskensammlung vornehmlich das Kolam, eine Volkstheatertradition der Südwestküste repräsentierend (Sammlung Freudenberg 1898 , Sammlung Hagenbeck 1891-1898). Ergänzt wird sie durch eine umfassende Sammlung festlicher Keramik und Rollbildern aus dem Umfeld der Tempel und Klöster (Sammlung Hagenbeck 1891, Sammlung Unbekannt 1898) sowie von Hausrat der singhalesischen Bevölkerung der Ostküste und des zentralen Hochlands des damaligen Ceylon (Sammlung Eickstedt 1926/27).

Eine Besonderheit der Leipziger Südasiensammlung besteht darin, dass sie zu einem erheblichen Teil die materielle Kultur der Ureinwohner Südasiens dokumentiert. Ein Großteil dieser Sammlungen stammt aus der großen Südasien-Expedition des Anthropologen Egon von Eickstedt (1926/27), deren ethnographische Ausbeute vollständig an das Museum für Völkerkunde zu Leipzig ging. Sie umfasst Teilsammlungen der Vedda in Sri Lanka, der Saora im östlichen Zentralindien, der Andamaner und Nikobarer auf den gleichnamigen Inseln im Golf von Bengalen, der Munda und Oraon im indischen Bundesstaat Jharkhand sowie kleine Sammlungen von Ureinwohnervölkern in den heutigen Bundesstaaten Kerala und Chchattisgarh. Weitere wichtige Sammler in diesem Bereich sind Konietzko, Umlauff, Lomer und Man. Ergänzt wird diese, ursprünglich mehr als 2.000 Gegenstände umfassende Sammlung durch kleinere Sammlungen aus dem indischen Nordosten einschließlich der heute zu Bangladesh gehörenden Chittagong Hill Tracts (Sammlung Konietzko 1917, 1927, 1929).

Gegenwärtige Sammelschwerpunkte sind die textilen Traditionen Rajasthans, die systematische Erweiterung der Sammlung der kleinen Völker der Chittagong Hill Tracts im heutigen Bangladesh sowie der Ausbau der Maskensammlung von der Südwestküste des heutigen Sri Lanka.

 

Ansprechpartnerin:

Dipl. Ethn. Carola Krebs
Tel. 0341/9731-905
carola.krebs@ses.museum