OZEANIEN - Von Australien bis zur Osterinsel

Teil der Dauerausstellung "Rundgänge in einer Welt"

ab 27.11.2009

Pünktlich zu seinem 140-jährigen Bestehen komplettiert das GRASSI Museum für Völkerkunde seinen Rundgang durch alle Teile der Erde. Der letzte Teilbereich der neuen Dauerausstellung „OZEANIEN - Von Australien bis zur Osterinsel“ ist nun für die Öffentlichkeit zugänglich.

Nach 30 Jahren werden erstmals wieder Gegenstände aus Ozeanien in Leipzig in einer ständigen Ausstellung präsentiert: z.B. ein Ensemble Grabpfähle der Tiwi mit einem lebensecht gestalteten Tänzer, prachtvolle Flecht- und Webmatten, Schmuck aus Muschelscheibchen, geschnitzte Holz- und Schildpattschalen sowie Skulpturen aus Polynesien und Melanesien, die den Besucher in eine andere Welt versetzen. Eine Tastlandkarte und ein Sandkasten lassen die typischen Formen der australischen Landschaften, Lebensräume sowie die wichtigsten Alltagsgeräte wie Bumerang, Grabstock und Sammelschale „begreifbar“ werden.

Rund 30.000 Gegenstände von den Bewohnern Australiens und Ozeaniens werden im Museum bewahrt. Ein Teil davon wird nun ausgestellt. An Hand von exotischen und kostbaren Exponaten werden dem Besucher die vielfältigen Lebenswelten Australiens und Ozeaniens näher gebracht: die Aborigines-Völker Australiens, die Kulturen Neuguineas, die Inselwelten von Mikronesien, Melanesien und Polynesien. Durch ein traditionelles Haus aus Tuvalu erhält der Besucher einen unmittelbaren Eindruck in das Leben auf einer Riffinsel. Der Baumeister der Insel, der tufunga fai fale Simeona Saipele, und drei seiner Helfer haben eigens für das Museum in den Ausstellungsräumen ein Schlafhaus errichtet. Wie schon in den anderen regionalen Abteilungen des Museums ist nun auch aus dem Pazifik wieder ein originales Haus zu sehen. Tuvalu gehört zu den von der globalen Erwärmung und dem ansteigenden Meeresspiegel am stärksten betroffenen Ländern der Erde.

Auf über 500 qm Ausstellungsfläche zeigt das Museum Spitzenstücke aus seinen umfangreichen Sammlungen. Die größte Zahl der Exponate wurde in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg gesammelt. Durch Einzel-Erwerbungen von Privatpersonen, aber auch ganzen Sammlungen, wurde die Sammlung Gustav Klemms, die den Grundstock des Museums bildet, erweitert. Die bedeutendste Erweiterung war 1885 der Ankauf der Australien/Ozeaniensammlungen des Museum Godeffroy in Hamburg.

Mit der Eröffnung von „OZEANIEN“, dem letzten Teil der Dauerausstellung „Rundgänge in einer Welt“ ist die Reise um die Welt auf 4.200 qm nun komplett Sie führt erstmals seit 100 Jahren wieder durch alle Teile der Erde. Die neue Ausstellung ist so konzipiert, dass sie Kunstkenner genauso anspricht, wie Besucher, die sich für die Vielfalt der Kulturen anderer Völker interessieren.

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Geisterfigur "Pepe", Gazelle-Halbinsel, Neubritannien, Bismarck-Archipel, Melanesien, Foto: M. Pfitzner
Geisterfigur "Pepe", Gazelle-Halbinsel, Neubritannien, Bismarck-Archipel, Melanesien, Foto: M. Pfitzner
"Water Dreaming" (Wassertraum), Malerei von Colin Tjapanangka Dixon und Mary Nungurrayi Dixon, Zentralaustralien, Foto: M. Pfitzner
"Water Dreaming" (Wassertraum), Malerei von Colin Tjapanangka Dixon und Mary Nungurrayi Dixon, Zentralaustralien, Foto: M. Pfitzner
Halsschmuck für Frauen, Pingelap, Mikronesien, Foto: M. Pfitzner
Halsschmuck für Frauen, Pingelap, Mikronesien, Foto: M. Pfitzner
Tuvalu-Haus in der Ausstellung, Foto: GRASSI Völkerkunde
Tuvalu-Haus in der Ausstellung, Foto: GRASSI Völkerkunde