Das Museum für Völkerkunde zu Leipzig besitzt seit seiner Gründung im Jahre 1869 einen stetig wachsenden Literaturbestand. Die Bibliothek wurde 1874 eröffnet und entwickelte sich zu einer wissenschaftlichen Spezialbibliothek, die eine der wichtigsten ihrer Art in Deutschland wurde. Innerhalb des deutschen Bibliotheksnetzes ist sie als öffentliche Referenzbibliothek verankert. Sie ist institutionelles Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken e.V., Sektion 5 im Deutschen Bibliotheksverband.
Seit 1930 verfügt die Bibliothek über einen eigenen Lesesaal und ist für die Öffentlichkeit nutzbar. Der heutige Bestand von über 275.000 Medieneinheiten in vielen Sprachen wird ergänzt durch Sondersammlungen bedeutender Gelehrtenbibliotheken. Die Hauptsammelgebiete sind die Ethnographie/Ethnologie und ihre Nachbarwissenschaften, Afrikanistik, Amerikanistik, Australistik, Ozeanistik, Sinologie, Tibetologie, Mongolistik und Orientalistik. Die Erwerbung ist universal ausgerichtet mit Betonung besonderer Forschungsschwerpunkte.
Neben frühen Reisewerken des 17. und 18. Jahrhunderts und den Forschungsberichten von Expeditionen des 19. und 20. Jahrhunderts liegt das Hauptaugenmerk auf der Literatur zu sachlichen Zeugen der Kulturen der Völker unserer Erde, wie Kleidung und Schmuck, Wohnen und Hausrat, aber auch Wirtschaft, Technik und Waffen. Über die Lebensweise in allen Teilen der Erde, über religiöse Vorstellungen und die außer€päische Kunst können sich die Leser an Hand unseres Bestandes umfassend informieren. Die große Anzahl an theoretischen Werken und Monographien genügt speziellsten fachlichen Fragestellungen. Neben der breiten Palette an ethnologischer Sachliteratur, Nachschlagewerken und kartographischen Werken stehen auch Publikationen zu den Fachgebieten der Museologie, Museumspädagogik, Restaurierung, Konservierung und zu musealen Rechtsfragen zur Verfügung.
Da die Bestände der Bibliothek glücklicherweise kaum Kriegsverluste erlitten haben, verfügt sie über einen fast lückenlosen Bestand an ethnologischer und kolonialer Literatur aus der Vorkriegszeit.
Durch die öffentliche Funktion des Museums und der Bibliothek wird auch populärwissenschaftliche ethnographische Literatur, neue Reiseliteratuhr, ethnographisch relevante Belletristik und ethnographisch relevante Kinderliteratur erworben.
Die entsprechenden Medieneinheiten umfassen neben den gebundenen Werken z.B. Fachzeitschriften, Reihenveröffentlichungen, Kataloge, CD-ROM und mit Publikationen verbundene Tonträger, Faltblätter, Expeditionsberichte, Materialien von Feldforschungen, Research Reports, Magister-, Diplom- und Dissertationsarbeiten, Festschriften, Karten, Messtischblätter, Wandkarten, Handschriften, Mikroformen und Bildmaterialien.
Die Bibliothek steht mit ca. 300 internationalen Partnereinrichtungen im wissenschaftlichen Schriftentausch. Es werden über 2.000 Zeitschriftentitel, davon 535 im laufenden Bezug, geführt.
Die Bibliothek des Museums für Völkerkunde zu Leipzig ist eine öffentliche Präsenzbibliothek. Der Lesesaal bietet 20 Leseplätze und 2 Behindertenleseplätzen sowie einen PC-Arbeitsplatz.
Dr. Birgit Scheps-Bretschneider
Fachberatung
Tel. 0341/97 31-915
birgit.scheps@ses.museum
Elke Goebel
Bibliothek
Tel. 0341/97 31-919
elke.goebel@ses.museum
Heike Ochmann
Bibliothek
Tel. 0341/97 31-942
heike.ochmann@ses.museum
Montag 13.00 - 18.00 Uhr
Dienstag 10.00 - 14.00 Uhr
Mittwoch 13.00 - 18.00 Uhr
Donnerstag 13.00 - 18.00 Uhr
Weitere Termine sind nach Absprache möglich.
Erwachsene: Jahresgebühr 20,- €; Tagesgebühr 3,- €
Ermäßigte (Schüler, Studenten, Rentner): Jahresgebühr 10,- €; Tagesgebühr 3,- €