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Die Sammlungen - Europa

Sami-Schamanentrommel südlichen Typs Eu 406 Foto: Karin Wieckhorst
Sami-Schamanentrommel südlichen Typs Eu 406 Foto: Karin Wieckhorst
Tonofen Bosnien Eu 776 Foto: Ingrid Hänse
Tonofen Bosnien Eu 776 Foto: Ingrid Hänse
Männerweste mit toke-Besatz Herzegowina Eu 10347 Foto: Ingrid Hänse
Männerweste mit toke-Besatz Herzegowina Eu 10347 Foto: Ingrid Hänse
Keramikkrüge Bosnien Eu 780, Eu 779, Eu 6739 (v.l.n.r.) Foto: Ingrid Hänse
Keramikkrüge Bosnien Eu 780, Eu 779, Eu 6739 (v.l.n.r.) Foto: Ingrid Hänse

Bereits Gustav Klemm hatte europäische Ethnographica gesammelt. Neben einer großen Deutschland-Sammlung gab es kaum einen Teil Europas, der nicht wenigstens durch einige Objekte vertreten war. Nach der Gründung des Museums verlagerte sich der Schwerpunkt dieser Regionalsammlung auf Osteuropa. Dies wurde durch die guten Beziehungen des ersten Direktors, Dr. Hermann Obst, zu Moskauer und Petersburger Persönlichkeiten, vor allem durch seine Mitgliedschaft in der "Gesellschaft für Russische Geschichte und Altertumskunde an der kaiserlichen Universität von Moskau" ermöglicht.

Obwohl 1907 unter Direktor Carl Weule die Europa-Bestände zu Gunsten der Ausstellung prähistorischer Sammlungen weggepackt wurden, war das Museum immer an Neuerwerbungen aus europäischen Ländern interessiert. Selbst unter schwierigsten Bedingungen, so z.B. während des ersten Weltkrieges, beauftragte es Sammler mit dem Erwerb von neuen Objekten. Julius Konietzko, ein Hamburger, der zu jener Zeit einen schwunghaften Handel mit Ethnographica aus aller Welt betrieb und für die drei großen deutschen Völkerkundemuseen (Berlin, Leipzig, Hamburg) auch regelrechte Ankaufsreisen unternahm, erwarb den größten Teil der Balkan-Sammlung des Museums.

Der systematische Ausbau der Europa-Sammlung wurde auch unter Direktor Fritz Krause von 1927 bis 1945 fortgeführt. Es gab zahlreiche Ausstellungen zu europäischen und deutschen Themen. 1938 erhielt die Europa-Abteilung des Museums erstmals einen eigenen wissenschaftlichen Bearbeiter. Der Aufbau einer die gesamte Sammlung repräsentierenden Ausstellung wurde indessen durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhindert. Die Europa-Sammlung des Museums umfasste damals mehr als 16.000 Objekte. Sie wurde durch die Bombardierung des Hauses im Dezember 1943 besonders stark geschädigt. Fast die gesamte Nordeuropa-Sammlung und große Teile der Westeuropa-Sammlung wurden ein Opfer der Flammen.

Ansprechpartnerin:

Dipl. Ethn. Marita Andó
Tel. 0341/9731-914
marita.ando@ses.museum