Die Sammlungen - Afrika

Das Museum für Völkerkunde zu Leipzig besitzt trotz des Verlustes wertvoller Objekte im Zweiten Weltkrieg über 45.000 afrikanische Objekte, davon knapp 39.000 aus Afrika südlich der Sahara. Der überwiegende Teil wurde bis 1918 erworben.

Vor allem während der deutschen Kolonialzeit gelangten Sammlungen aus Kamerun, Togo, Deutsch-Ostafrika (Tansania) und Deutsch-Südwestafrika (Namibia) in das Museum. Zu den bedeutendsten zählen die umfangreichen Sammlungen von Leo Frobenius aus Westafrika, vor allem Guinea, Mali, Burkina Faso, Togo, Nigeria und Kamerun. Zu den wertvollsten Beständen gehört die Benin-Sammlung, die Anfang des 20. Jahrhunderts bis auf wenige Objekte durch Hans Meyer, Mitinhaber des Bibliographischen Instituts Leipzig, ins Museum gekommen ist.

Ähnlich wertvolle Sammlungen stellen zum Beispiel aus dem zentralafrikanischen Raum die von Robert Visser, Plantagendirektor im Dienst einer holländischen Handelsfirma, von den Völkern des nördlichen Kongo-Küstengebietes erworbenen dar oder aus dem ostafrikanischen Zwischenseengebiet und Nordkongo die Sammlungen der Expedition Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg.

Aus dem mittleren und südlichen Zentralafrika besitzt das Museum Sammlungen mit zum Teil sehr alten und wertvollen Stücken, zum Beispiel der Manyema, Baluba, Lulua in der Demokratischen Republik Kongo, der Barotse in Zambia und Mambunda in Angola. Von den Völkern Ost- und Südafrikas stammen ebenfalls bedeutende Sammlungen, u. a. von den Cwana, Ngunï, San ("Buschmänner") oder von den Makonde, Makua und Yao.


Bronzekopf, 18. Jh., Benin (Nigeria), Foto: I. Hänse
Bronzekopf, 18. Jh., Benin (Nigeria), Foto: I. Hänse
Nkisi Manjaka, 19. Jh., Republik Kongo, Foto: E. Hoyer
Nkisi Manjaka, 19. Jh., Republik Kongo, Foto: E. Hoyer

Ansprechpartner

Silvia Dolz
Tel. 0351/4914-3413
silvia.dolz@skd.museum