Die Sammlungen - Europa

Bereits Gustav Klemm hatte europäische Ethnographica gesammelt. Neben einer großen Deutschland-Sammlung gab es kaum einen Teil Europas, der nicht wenigstens durch einige Objekte vertreten war. Nach der Gründung des Museums verlagerte sich der Schwerpunkt dieser Regionalsammlung auf Osteuropa. Dies wurde durch die guten Beziehungen des ersten Direktors, Dr. Hermann Obst, zu Moskauer und Petersburger Persönlichkeiten, vor allem durch seine Mitgliedschaft in der "Gesellschaft für Russische Geschichte und Altertumskunde an der kaiserlichen Universität von Moskau" ermöglicht.

Obwohl 1907 unter Direktor Karl Weule die Europa-Bestände zu Gunsten der Ausstellung prähistorischer Sammlungen weggepackt wurden, war das Museum immer an Neuerwerbungen aus europäischen Ländern interessiert. Selbst unter schwierigsten Bedingungen, so z.B. während des Ersten Weltkrieges, beauftragte es Sammler mit dem Erwerb von neuen Objekten. Julius Konietzko, ein Hamburger, erwarb den größten Teil der Balkan-Sammlung des Museums.

Der systematische Ausbau der Europa-Sammlung wurde auch unter Direktor Fritz Krause von 1927 bis 1945 fortgeführt. Die Europa-Sammlung des Museums umfasste damals mehr als 16.000 Objekte. Sie wurde durch die Bombardierung des Hauses im Dezember 1943 besonders stark geschädigt. Fast die gesamte Nordeuropa-Sammlung und große Teile der Westeuropa-Sammlung wurden ein Opfer der Flammen.

 

 

Sami-Schamanentrommel, Eu 406, Foto: K. Wieckhorst
Sami-Schamanentrommel, Eu 406, Foto: K. Wieckhorst
Tonofen, Bosnien, Eu 776, Foto: I. Hänse
Tonofen, Bosnien, Eu 776, Foto: I. Hänse

Ansprechpartner:

Dipl. Ethn. Marita Andó
Tel. 0341/9731-914
marita.ando@skd.museum