Kurzhalslaute sarangi

Kurzhalslaute nach der Restaurierung, Foto: Museum
Kurzhalslaute nach der Restaurierung, Foto: Museum

In der klassischen nordindischen Musik ist die sarangi das bedeutendste Streichinstrument. Früher wurde es hauptsächlich als Begleitmusik für Gesang benutzt, heute wird es häufiger auch rein solistisch gespielt.

Das Instrument wird aus einem einzigen Stück Holz herausgearbeitet, Hals und Resonanzkörper sind ausgehöhlt. Der nach hinten offene Hals dient als Wirbelkasten für einen Großteil der bis zu 36 mitschwingenden Saiten. Der vordere geschlossene Teil ist als Griffbrett zu betrachten, allerdings werden die drei Spielsaiten aus Darm nicht durch Druck auf das Griffbrett verkürzt, sondern durch seitlichen Druck mit dem Fingernagel gegen die Saiten. Das Gleiten unter diesem Druck entlang der Saiten ruft die für die indische Musik typischen Tonverbindungen hervor, so kommt die sarangi ohne Bünde aus.

Der Resonanzkörper ist, wie bei fast allen indischen Streichinstrumenten, mit einer Hautdecke bespannt, auf ihr steht der Hauptsteg, durch den alle mitschwingenen Saiten laufen und auf dem die Spielsaiten aufliegen.

Auf der Hautdecke ist der Hauptsteg verschoben und muss nach Abnahme der restlichen Saiten neu positioniert werden. Alle Oberflächen sind zu reinigen.

Auch das indische Streichinstrument hat Paten gefunden: das Ehepaar Ilona uns Werner Linke aus Leipzig.
Das Instrument wurde 2012 von der Restauratorin Ute Gerlts restauriert.